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  RNZ-Freizeit - Gastronomie: Der Restaurantführer - 04.03.2004

"Am Petrus" gibt es irdische Genüsse

Dossenheim: Viele Spezialitäten in der "Petrus"

Von Michaela Mallwitz

Viel Phantasie zeichnet die Küche von Heike Mennike in der "Petrus" im Dossenheimer Gebäudekomplex "Am Petrus" aus, und die braucht sie auch, denn sie weiß nie so genau, welche Zutaten ihr Mann Marco beim Einkaufen entdeckt. Auf der ständigen Karte befindet sich jedoch die Soljanka, für die Heike Mennike fast überregionale Berühmtheit erlangt hat. In ihrer Urform ist die Soljanka eine ukrainische Bauernsuppe, kräftig gewürzt, leicht säuerlich durch eingelegte Gurken, Wurststreifen, Zwiebeln und Tomaten, als i-Tüpfelchen kommt oben drauf eine Scheibe Zitrone mit Sahnehäubchen. Im Rezept der Woche stellen wir Heike Mennikes Version vor, die nur eine von vielen verschiedenen Möglichkeiten ist.

Zugegeben, eine ordentliche Fleischsoljanka herzustellen, macht Arbeit. Auf das Schneiden kommt es an. "Für vier Personen lohnt es sich gar nicht anzufangen", lacht die 46-Jährige, "man sollte sich dann schon ein paar Freunde zum Essen einladen". Unser Rezept der Woche ist daher dieses Mal für fünfzehn Personen beschrieben.

Bereits seit 1978 ist die gelernte Restaurantfachfrau selbstständig in der Gastronomie tätig. Da war sie gerade 20 Jahre alt und betrieb zusammen mit ihrem damals 22-jährigen Ehemann Marco in Freiberg/Sachsen die "Schloßschenke", bis die beiden 1986 nach Dossenheim kamen. Über die Stationen Tennisklause und Vereinsgaststätte des Fußballclubs FC 1910 haben viele treue Gäste auch den letzten Umzug in die "Petrus" mitgemacht, wo die Mennikes 1992 eine heruntergewirtschaftete Bierkneipe übernahmen und recht schnell zu dem Restaurant machten, das ihre Gäste so schätzen.

Was ist nicht seither alles geschehen! Eine schmucke Speisegaststätte zeigt sich mit gemütlich eingerichteter Gaststube. Die Tische stehen auf verschiedenen Ebenen, viel Holz wurde verwendet beim Ausbau, und den Platz an der Theke gibt es immer noch. Dass vor kurzem eine neue Lüftung eingebaut wurde, unterstreicht die Bitte des Chefs, auf das Rauchen von Pfeife und Zigarre zu verzichten. Auf gute Luft legt Marco Mennike nämlich großen Wert: "Es liegt mir am Herzen, dass die Gäste sich wohlfühlen beim Essen". Da ist es selbstverständlich, dass sämtliche Speisen frisch zubereitet werden, und Heike Mennike macht so gut wie alles selbst, was ihre vergleichsweise winzige Küche verlässt.

Dies mag ein kleines Gericht sein wie zum Beispiel die eingangs erwähnte Soljanka für 2,90 Euro oder die Champignonpfanne für 5,60 Euro. Aus der reichhaltigen Salatkarte muss der Große Salat mit Garnelen, Knoblauch und Nüssen aus der Pfanne für 11,90 Euro unbedingt erwähnt werden. Wenn der Gast nicht explizit das italienische Dressing bestellt, wird sein Salat angerichtet mit einem hausgemachten Bio-Joghurtdressing. Dieses leckere Dressing bildete zu Weihnachten das Kundengeschenk und findet reißenden Absatz im Verkauf.

Die Schweinelende nimmt eine eigene Speisekarte ein: für 10,25 Euro bekommt sie der Gast belegt mit Williams-Christ-Birne, überbacken mit Camembert, auf einer Cognac-Rahm-Soße, dazu Preiselbeerkompott und Kroketten. Aus der umfangreichen Rindfleischkarte loben wir besonders das Rinderfilet "Stroganoff" zu 13,80 Euro: in Streifen geschnittenes Rinderfilet mit frischen Champignons, Gewürzgurke und einer Soße aus Sahne, Wein und feinen Gewürzen. Dass die dazu gereichten Spätzle hausgemacht sind, versteht sich von selbst.

Angesichts der umfangreichen und internationalen Weinkarte fällt die Auswahl schwer: einen trockenen Neuenbürger Riesling aus dem Kraichgau oder doch lieber einen südafrikanischen Sauvignon Blanc? Bei den Rotweinen ist es nicht leichter: Der Lauffener Katzenbeißer Schwarzriesling aus Schwaben konkurriert mit Merlot-Weinen aus Frankreich und dem Napa Valley, Kalifornien. Der Ausweg: Bier! Es gibt Gäste, die kommen extra wegen des berühmten Sächsisch-Freiberger Pils, und sie haben Recht.

Die Mennikes wollen ihren Gästen immer etwas Besonderes bieten. Die Fischwochen während des Matheisemarktes oder die Weinproben mit prominenten Sommeliers, die begleitet werden durch ein Fünf-Gang-Menü aus Heike Mennikes Ideenvorrat. Der muss hin und wieder aufgefrischt werden: Einmal schenkte ihr Mann ihr einen Kochkurs bei Deutschlands berühmtestem Koch, Harald Wohlfahrt. "Das schönste Geschenk, das ich je bekommen habe", sagt sie.

Info: Restaurant "Petrus", Ringstraße 1-5, 69221 Dossenheim, Telefon und Fax 06221/861718, www.eichbaumtheke.de
geöffnet: Montag bis Freitag 11.30 bis 24 Uhr, Sonntag 11.30 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr, Samstag Ruhetag (für Feiern oder Veranstaltungen geöffnet).

Kurzgefasst: Gutbürgerliche Küche, Täglich wechselnde Karte, Preisgünstiger Mittagstisch, Info über Spezialitätenwochen und Events per E-Mail als Newsletter, Partyservice

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Marco Mennike sorgt dafür, dass sich seine Gäste im Restaurant "Eichbaum Theke" wohl fühlen. Foto: Dorn

 


Heike Mennike pflegt in der Dossenheimer "Petrus" eine phantasievolle Küche. Foto: Dorn

 

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